[*pagetitle*]

Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2011

Nürnberger Symphoniker mit vier Gesangssolisten (am Mittwoch, den 25.05.2011)

 Nürnberger Symphoniker

Bronnbach. Der Bronnbacher "Musikfrühling" hat am Samstag wieder begonnen. Es war gelungen, die Nürnberger Symphoniker unter Leitung von Philipp Pointner und vier vorzügliche Solisten für dieses Konzert zu gewinnen, das, wie die erste Vorsitzende des Förderkreises, Dr. Cornelia Müller-Reiter bei ihrem Willkommensgruß versprach, den etwa 100 Zuhörern einen erlesenen musikalischen Hörgenuss bereitete. Sie gedachte des vor vier Wochen verstorbenen Rainer Schmidt, der sich große Verdienste um die Konzertaktivitäten in Bronnbach erworben habe.

Die französische Sopranistin Norma Nahoun aus Paris hatte sich schon mit 16 Jahren dem Sologesang verschreiben hatte und am "Conservatoire" in Paris studierte. Auch die Mezzosopranistin Vera Egorova, die sich am Moskauer Konservatorium ausbilden ließ, gewann Wettbewerbe und brillierte als internationale Konzertsängerin. Aus Tirol stammt Tenor Martin Mitterrutzner, der an der Wiener Staatsoper sang und an der Frankfurter fest angestellt ist. Bariton Kartal Kragedik, türkischer Abstammung, besuchte in Izmir die Musikhochschule und erwarb zahlreiche Preise.

Das Programm kam besonders den Opernfreunden entgegen. Im ersten Teil waren Arien, Duette. Terzette und Quartette aus berühmten Opern von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören, einfühlsam begleitet vom Orchester.

Schon mit der Ouvertüre aus "Figaros Hochzeit" schlug das Orchester das Publikum in seinen Bann. Gleich danach konnte die Sopranistin in der Arie der Dorabella "Smanie implacabili" aus "Cosi van tutte" ihre glockenhelle Stimme erklingen lassen. Sehr eindrucksvoll war auch das nachfolgende Terzett "Soave sia il vento" mit Sopran, Tenor und Bariton.

Bei der Arie "Il mio Tesoro" ging Tenor Mitterrutzer aus sich heraus. Sehr gut angekommen ist auch das Duett Anna-Ottavio "Ma qual mai sóffre, oh Die -€¦..Fuggi, crudele", geboten von Sopran und Tenor.

Mit ein Höhepunkt war das Quartett "Non tidar, o misera", auch aus Don Giovanni, wobei Bariton Kragedik machtvoll den Gegenspieler, stets seinen Standort wechselnd, darstellte. Wiederum erfreute die Sopranistin in der "Rosen-Arie" aus Figaros Hochzeit die Zuhörer.
Den ersten Konzertteil beschloss mit einem außergewöhnlichen Beitrag Kartal Karagedik. Er sang die Arie "Hai gia vinta la causa".

Der zweite Konzertteil nach der Pause begann mit der Ouvertüre der Oper "Der Barbier von Sevilla von Gioacchino Rossini.

Von Gaetano Donizetti stammt die Komische Oper in zwei Akten "Der Liebestrank". Im lebhaft-lustigen Duett von Nemorino und Adina, - eine höchst amüsante Vorstellung - setzten wieder die Solovorträge ein. Zu dem Duett stieß Bariton Kartal Kragedik, so dass sich ein attraktives Terzett entwickelte. Da waren auch Bravo-Rufe zu hören.

Schon die einleitende Musik zur Arie des Nemorino "Una furtiva lacrima" verriet, dass es mit den überschäumenden Gefühlsausbrüchen vorbei war. In Moll klagend war nun der Tenor zu vernehmen, teilweise ohne Orchesterbegleitung.

Aber dann erschreckte die groteske "Gewittermusik" aus "Der Barbier von Sevilla" die Zuhörer mit dem unheilvollen naturgetreuen Donnergrollen-eine Meisterleistung des Orchesters. Es folgte das stürmische Terzett "Zitti, zitti, piano, piano" mit der Mezzosopranistin Vera Ergorova.

Charles Gounod komponierte die Oper "Margarethe", aus der Norma Nahoun die Arie der Marguerite, "O Dieu! Que de bijoux -€¦.Ah! je ris" eindrucksvoll sang. Aus Giuseppe Verdis "Don Carlo" ertönte das "Preludio" aus dem 2. Akt, bevor die Arie "O Calo ascolta" vom Bariton inbrünstig gesungen wurde.

Mit einem Paukenwirbel wurde die letzte Darbietung, die Arie der Eboli "O don fatal" eingeleitet. Vera Egorova führte vor, über welchen Tonumfang sie verfügte.
Es wurde stehend applaudiert, und immer wieder mussten die Solisten erscheinen. Die Zugaberufe wurden allerdings nicht berücksichtigt. wi

Fränkische Nachrichten 23. Mai 2011

[zurück]