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Herbstkonzert
Jahresprogramm 2016

Herbstkonzert (am Samstag, den 15.10.2016)

Förderkreis Bronnbacher Klassik: Florian Schmidt-Bartha und das große Blasorchesters des Musikvereins Umpfertal konzertierten

Gefühlvolle Zartheit und feuriges Leben

Archiv-Artikel vom Montag, den 17.10.2016


Beim Herbstkonzert des "Förderkreises Bronnbacher Klassik" boten das große Blasorchester des Musikvereins "Umpfertal" Boxberg (rechts Dirigent Volker Metzger) zusammen mit Florian Schmidt-Bartha (Cello) ein bemerkenswertes Konzert.

© Hans-Peter Wagner

Das Herbstkonzert des "Förderkreises Bronnbacher Klassik" im Bernhardsaal des Klosters Bronnbach erfreute am Samstagabend fast 100 Zuhörer.

Bronnbach. Florian Schmidt-Bartha (Violoncello) und das große Blasorchester des Musikvereins "Umpfertal" Boxberg (Dirigent Volker Metzger) zeichneten verantwort-lich für gut zweieinhalb Stunden Musik vom Feinsten. Als Höhepunkt des Abends erwies sich das gemeinsam fantastisch gespielte "Konzert für Violoncello und Blasorchester" von Friedrich Gulda.

Clarry Bartha, Vorstand des Förderkreises, unterstrich, dass man bereits bisher Brücken geschlagen habe und tue dies nun auch in Richtung Boxberg. Die Freude, Musik zusammen zu machen, sei das Wichtigste, das es gebe.

Der Musikverein "Umpfertal" spielte zuerst mit über 60 Musikern "Armenian Dances" (Alfred Reed), eine symphonische Rhapsodie, die auf verschiedenen Liedern aufbaut, deren Grundstruktur beibehalten wird. Das Ensemble verstand es, die melodischen, harmonischen und rhythmischen Möglichkeiten des Klassikers der sinfonischen Blasmusik voll zu nutzen.

Beim anschließenden Zusammenspiel mit Schmidt-Bartha zeigte sich das Blasorchester personell konzentriert auf unter 20 Mitglieder. Die fünf Sätze des "Konzerts für Violoncello und Blasorchester" offenbarten einen großartigen Überblick auf die gemeinsamen Fähigkeiten. Man hörte ein Wechselspiel zwischen versonnen klangvollem mit in Jazz-Nähe gekommenem Spiel, welches gänzlich frische Anregungen an den Cellisten stellte und spieltechnisch enorm gehaltvoll war.

Es folgte bodenständig heitere Zerstreuung mit einem lebensfroh beredten Mittelteil. Im musikalischen Zentrum standen gedankenverlorene, zaudernde Monologe und harmonisch aufbrausende Erinnerungen, differierend mitreißend. Dann wieder fand sich der Zuhörer unbesorgt in ein ausgefallen geisterhaftes Menuett gelotst, ehe abschließend frohlockende Ausgelassenheit mit einem unheimlich zündenden Mittelteil dem Stück ein grandioses Ende bereitete.

Gefühlvoll inniges Spiel

Cellist Florian Schmidt-Bartha überzeugte mit technisch einwandfreiem, gefühlvollem und ausdrucksstarkem Spiel, er hatte in den Mitgliedern des Musikvereins "Umpfertal" kongeniale Mitstreiter. Alle gemeinsam präsentierten ein intensives und inniges, mit herrlicher Leichtigkeit gespieltes Werk, wundervoll ausgewogen zwischen gefühlvoller Zartheit und feuriger Lebhaftigkeit.

Das Publikum gab als Zeichen seiner großen Wertschätzung ob der künstlerischen Leistung stürmischen, gar stehenden Applaus.

Die Musiker spielten den ersten Satz nochmals und man hörte als weitere Zugabe ein Stück von Johann Sebastian Bach.

Den zweiten Teil des Konzerts bestritt der Musikverein "Umpfertal" in seiner Komplettbesetzung, Josef Knoblauch moderierte informativ und locker zugleich. Der zeitgenössische Marsch "Light of the Sword" (Itaru Sakai) ließ vor dem inneren Auge des Zuhörers Bilder zum Leben erwachen, wie solche eines vorbei ziehenden Schiffes oder das Leuchten eines Leuchtturms im Nebel.

Musikalische Sage

Weiter ging es mit dem Stück "The Sunken Village" (Philip Sparke), welches die Geschichte eines Dorfes erzählt, das der Sage nach von unmoralisch lebenden Menschen bewohnt war und bei Hochwasser untergegangen ist. Das Ensemble spannte gekonnt den musikalischen Bogen von der Ruhe des Dorfes bei der anfänglichen Andacht in der Kirche hin zur Ruhe nach dem Untergang mit zwischenzeitlich eskalierendem Streit und chaotischen Situationen.

Bei "Concerto for Clarinet and Band" (Artie Shaw) stach Daniel Heffner als Solist an der Klarinette heraus, derweil das Orchester zur Big Band mutierte. Bei "Out of Africa" (John Barry), extra für Blasorchester arrangiert, ließen sich die Zuhörer mitnehmen auf eine musikalische Reise in die prachtvolle Natur des großen Kontinents, manche im Publikum träumten einfach nur so vor sich hin.

Das abschließende "The Beatles" brachte ein sinfonisches Porträt der legendären Boygroup mit Stücken wie "Penny Lane", "All You need is Love", "Yesterday" oder "Let it be". So gut wie Guido Rennert es bei seinem Arrangement hervorragend verstanden hatte, die einzelnen Register zur Geltung zu bringen, so prächtig griffen die Musiker die gebotene Chance mit starker Leistung auf.

Voller Klangpräsenz

Das Publikum erlebte ein Orchester voll Klangpräsenz, gut dosierten Schärfen und Freude an Akzentuierung, mit jeder Menge zündender Effekte.

Die Musikerinnen und Musiker waren trefflich aufeinander eingespielt, verflochten durchweg klangsinnlich und lustvoll ihre Linien ineinander, sich gegenseitig umspielend und herausfordernd.

Der Beifall war groß, als Zugabe hörte man mit "Don Quijote" einen Marsch zum Mitklatschen. hpw

© Fränkische Nachrichten, Montag, 17.10.2016


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