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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2010

Zur Eröffnung "Bilder einer Ausstellung" (am Montag, den 10.05.2010)

 Sydney Conservatorium of Music Orchestra

Es war vor allem Professor Rainer Schmidt zu verdanken, dass zum -Eröffnungskonzert des "Bronnbacher Frühlings" das "Sydney Conservatorium of Music Orchestra" unter Leitung von Professor Imre Pallo gewonnen werden konnte. Geboten wurde von Modest Mussorgski (1839-1881) die Klaviersuite "Bilder einer Ausstellung", von Maurice Ravel für Orchester bearbeitet.

Der Komponist hatte sich zehn Bilder für seine musikalische Beschreibung ausgesucht und sie miteinander durch ein Zwischenspiel "Promenade" verbunden, das die Suite auch einleitet.

Beim ersten Bild "Gnomus" wird ein watschelnder Zwerg mit krummen Beinen mit kurzen oft humoristischen Einsätzen dargestellt, die jeweils plötzlich abbrechen. "Im Alten Schloss" singt ein mittelalterlicher Minnesänger eine schwermütige Melodie, von Einzelinstrumenten vorgetragen. Dann toben in den "Tuilerien" Kinder. Fröhliche Trompetenstöße kündigen dies an und Instrumentengruppen setzen das Treiben der Kinder spielerisch fort. Dann rumpelt als "Bydlo" ein polnischer Ochsenkarren vorbei, treffend interpretiert durch tiefe Instrumente.

Erheiternd wirkt das Scherzo "Ballett der Kücklein in ihren Eierschalen" . Hier hat Mussorgski besonders das Trippeln der quicklebendigen Küken mit schnellen flatterhaften Einsätzen einzelner Musikinstrumente vorzüglich dargestellt. In tiefen und hohen Tönen wird eine Unterhaltung eines reichen und armen Juden beschrieben.

Laut wird es auf dem "Marktplatz von Limoges" , wo zwei französische Marktweiber schreien und zanken. Dann werden die "Katakomben" von Paris schaurig untersucht. Es erklingen lang hallende, traurige Akkorde, teils im Fortissimo brutal schockierend, teils leise und unheimlich. In "Die Hütte auf Hühnerfüßen" beschreibt Mussorgski einen wilden "Hexenritt" der "Baba Yaga".

Einen majestätischen Eindruck hinterlässt der Schluss-Satz "Großes Tor von Kiew", prachtvoll musikalisch ausgeschmückt wie ein Opernfinales. Dass diese Darbietung mit frenetischem Beifall belohnt wurde, war nicht verwunderlich.

Nach der Pause spielte das Orchester die Sinfonie in d-moll von César Franck (1822-1890). Franck komponierte dieses Meisterwerk mit 64 Jahren. Der dreisätzigen Symphonie liegt ein prägnantes Dreitonmotiv zugrunde, das im ganzen Werk eine ähnlich bedeutungsvolle Rolle spielt wie das sogenannte "Schicksalsmotiv" in Beethovens 5. Symphonie. Eine Sinfonie voller Kontraste in der Melodieführung und beim Tempo, wobei das Orchester hervorragend der impulsiven Dirigierweise Pallos folgte. Da wurde stehend so lange applaudiert, bis eine Zugabe gewährt wurde. wi

Fränkische Nachrichten 10. Mai 2010

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