[*pagetitle*]

Bronnbacher Klassik
Jahresprogramm 2009

Durch Präzision und Einsätze geglänzt (am Mittwoch, den 14.10.2009)

 Kurpfälzisches Kammerorchester

Im Rahmen der "Bronnbacher Klassik" hatte der Förderkreis am Samstag zu einem Konzert in den Bernhardsaal des Klosters eingeladen. Es musizierte das Kurpfälzische Kammerorchester unter Leitung des international bekannten Dirigenten Stefan Fraas, der im Januar das Orchester übernommen hatte.

Das Kurpfälzische Kammerorchester gilt als Nachfolger der "Kürfürstlichen Hofkapelle" des Kurfürsten Karl Theodor. Mit diesem hervorragenden Klangkörper kehrte die "Mannheimer Schule" zurück an den Rhein und Neckar. Es zeichnet sich vor allem durch seine Präzision im Zusammenspiel, der exakten Einsätze und Abbrüche aus.

Dass auch die etwa 80 Zuhörer von der Qualität der Darbietungen begeistert waren, davon zeugte der lang anhaltende Beifall nach jedem Werk.

Das Konzert begann mit der Sinfonie g-moll von Franz Ignaz Beck (1734-1809), ein wenig bekannter Komponist aus Mannheim. Das "Allegro con spirito" verrät schon durch seine Bezeichnung ein rasantes Tempo - und man konnte erleben ,wie gut Fraas die 16 Musikerinnen und Musiker im Griff hatte. Das "Andante von poco adagio" fiel besonders durch das Zusamnmenspiel Violinen-Cellos auf, die sich gegenseitig ergänzten. Es folgten zwei Menuette, lebhaft, herausfordernd. Beim "Presto" zeigten die Akteure, dass sie auch technisch auf der Höhe sind. Eine schnelle Triole jagte die nächste.

Der Höhepunkt des Abends war zweifellos das "Klavierkonzert D-Dur" von Joseph Haydn (1732-1809) mit dem rumänischen Klaviervirtuosen Andrei Licaret. Haydn, dessen 200. Todesjahr begangen wird, wurde auch in diesem Konzert durch zwei Werke geehrt. Mit einem melodiös heiterem "Vivace" beginnt das weniger bekannte Werk. Der Appplaus war überwältigend, und Andrei Licaret musste mehrere Male auf die Bühne.

Nach der Pause wurde wieder ein kaum bekannter Komponist vorgestellt, Franz Xaver Richter (1709-1789), Sänger, Violinist und Komponist an der berühmten Hofkapelle in Mannheim und Domkapellmeister in Straßburg. Das Orchester war bereits bei der vorherigen Darbietung um zwei Oboenbläser verstärkt worden, die zusammen mit zwei Hornisten zu hören waren. Die "Sinfonia F-Dur" wird mit einem "Allegro Spirituoso" forsch eingeleitet, ergeht sich in Sequenzen, gleitet das ruhige "Andante gliocoso über.

Zum Abschluss wurde Haydns "Sinfonie 59 A-Dur", die "Feuersinfonie" präsentiert, mit einem "Presto" beginnend. Nach dem lieblich- heiteren "Menuetto/Trio" ließen sich beim "Allegro assai" die Oboen und Hörner im Achteln abwechselnd hören, begleitet von kunstvollen Figuren der Streicher-ein wohlgelungener Konzertabschluss. Doch wieder wollte der Beifall nicht enden, so dass noch zwei Zugaben gewährt wurden. Davon war besonders eine reine Pizzicato-Darbietung bemerkenswert. wi

Fränkische Nachrichten 14. Oktober 2009

[zurück]