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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2008

Abschluss des Bronnbacher Musikfrühlings (am Montag, den 09.06.2008)

Ein Konzert der Meininger Hofkapelle unter der Leitung seines Dirigenten Hans Urbanek mit dem Solisten Edmundo Ramirez (Viola) in der altehrwürdigen Klosterkirche bildete den würdigen Abschluss des Bronnbacher Musikfrühlings 2008.

Das renommierte Orchester, das mit den Namen von Richard Strauss und Max Reger als Dirigenten verbunden ist und zu dem heute noch Musikfans von nah und fern pilgern, hatte sich für sein Bronnbacher Gastspiel Werke von Carl Maria von Weber, Krzystof Penderecki und Ludwig van Beethoven ausgewählt.

Zu Beginn erklang Webers Ouvertüre zur Oper "Oberon". Schon in diesem Werk zeigte sich die Professionalität des Orchesters. Man musizierte tonrein und gut aufeinander abgestimmt.

Den sanften Hornrufen antworteten quirlige Flöten: Zart blies die Klarinette das getragene Liebesthema der schönen Rezia. Immer mehr im Klang steigerte sich das Orchester, bis die Ouvertüre mit dem glanzvollen ritterlichen Thema ihren triumphierenden Abschluss fand.

Mittelpunkt des Abends war das Konzert für Viola und Orchester von Krzystof Penderecki. Der 1933 in Debica bei Krakau geborene Komponist gilt als der bedeutendste polnische Tonsetzer der Gegenwart. Sein seit 1980 verwendetes neotones Harmoniesystem klang für den aufgeschlossenen Hörer äußerst interessant, ja teilweise ergreifend.

Das Orchester bestand nur aus Streichern, dazu jede Menge Schlagzeug, das bei entsprechenden Höhepunkten wirkungsvoll eingesetzt wurde.

Die Viola beginnt das einsätzige Konzert solistisch mit einer klagenden Weise und wiederholt sie mit Begleitung der Streicher auf höherer Tonstufe. Es entspinnt sich ein Dialog, immer wieder von Solostellen unterbrochen. Mit einem Paukenwirbel beginnt eine lebhafte, zerpflückte Melodie, zu der die Einsätze der Schlaginstrumente gut harmonieren. Danach findet alles wieder zur Anfangsweise zurück, und mit einem lang ausgehaltenen Ton endet das Werk im Piano.

In diesem Konzert konnte der in Costa Rica gebürtige Solist Edmundo Ramirez sein enormes Können bewundernswert unter Beweis stellen. Man merkte ihm an, dass er mit dem Werk voll vertraut war und es mit Hingebung spielte. Das Orchester war ihm unter der präzisen Zeichengebung seines Dirigenten ein adäquater Partner. Entsprechend war der begeisterte Applaus des Publikums.

Nach der Pause bildete Ludwig van Beethovens Zweite Sinfonie in D-Dur den krönenden Abschluss des eindrucksvollen Konzerts. Hier verstand es Generalmusikdirektor Hans Urbanek ausgezeichnet, das Orchester über die akustischen Klippen des Kirchenraums zu führen, mit denen man im Allegro con brio etwas zu kämpfen hatte.

Das friedvolle Larghetto versöhnte danach. Beim schnurrigen Scherzo erwachten auch Vögel, die sich im Gewölbe eingenistet hatten, und zwitscherten munter im Takt mit, was bei manchen Musikern ein Schmunzeln hervorrief.

Lang anhaltender, dankbarer Beifall belohnte das mit musikantischem Schwung vorgetragene Finale, das mit hymnischem Jubel den schönen Abend krönte. db

Fränkische Nachrichten 9. Juni 2008

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