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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2011

Weltstar: Anne Sofie von Otter (am Samstag, den 28.05.2011)

Anne Sofie von Otter

Anne Sofie von Otter gehört zu den ganz großen Sängerinnen der internationalen Szene. Sie hat an allen bekannten Opernhäusern gesungen, seit sie im Jahr 1986 an der Mailänder Scala debütierte. Am Sonntag vertauscht sie die Bühnen der großen Welt mit dem Podium im Josephsaal des Klosters Bronnbach. Zusammen mit ihrem langjährigen Klavierpartner Bengt Forsberg bringt sie bei einem Liederabend - Beginn ist um 18 Uhr - Werke von Grieg, Sibelius, Brahms und Strauss.

Kennzeichen der schwedischen Sängerin ist ihre große künstlerische Bandbreite. Aus dem klassisch-romantischen Repertoire unternimmt sie regelmäßig Ausflüge in den Barock oder Grenzgänge in die moderne U-Musik. Mit dem Songwriter Elvis Costello hat sie zum Beispiel im Jahr 2001 ein Album ("For The Stars") aufgenommen.

Für ihre Liedprogramme hat Anne Sofie von Otter zahlreiche internationale Preise erhalten. Ihre CD-Einspielungen zeugen von einer großen Vielfalt und Offenheit. Mit Anne Sofie von Otter sprachen die Fränkischen Nachrichten. Frau von Otter, Sie sind auf allen großen Bühnen der Welt zu Hause. Was führt Sie zum dritten Mal auf die kleine Bühne nach Bronnbach?

In erster Linie führt mich natürlich Clarry Bartha nach Bronnbach. Wir sind gute Freunde. Aber das ist auch ein sehr schöner kleiner Konzertsaal dort im Kloster.

Zurzeit proben Sie an der Oper Frankfurt für die Premiere der Oper "Mede" von Marc-Antoine Charpentier, in der Sie die Titelrolle singen. Was bevorzugen Sie künstlerisch, Oper oder Soloabende?

Beides ist für mich stimulierend, beides macht mir Spaß. In der Oper ist man Teil eines Ensembles und erarbeitet mit anderen Sängern und dem Regisseur etwas Neues.

Sind Sie glücklich mit dem, was Regisseure auf die Bühne bringen wollen? Meist bin ich glücklich mit dem, was Regisseure vorschlagen. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass man alle Mozart-Opern in Rokoko-Kostümen aufführt. Es ist sehr interessant, wie aus Ideen, Konzepten, Kostümen eine Art Puzzle entsteht, das dann auf der Bühne zusammengesetzt wird. Liederabende sind da etwas ganz anders. Da mache ich alles selbst, bestimme das Programm, da lastet der ganze Abend auf meinen Schultern. Das ist aber auch eine schöne Erfahrung.

Mit Ihrem Partner Bengt Forsberg bringen Sie ein Programm mit Lieder von Grieg und Sibelus - eigentlich etwas Besonderes?

Ich halte das schon für ein "normales Programm bei einem Liederabend, Strauss, Brahms auch Grieg. Und Sibelius ist für skandinavische Sänger auch eine Selbstverständlichkeit. Ungewöhnlich ist eher der zweite Teil des Programms, wenn ich Songs von verschiedenen Komponisten wie Paul McCartney singe. Ich mache häufig solche Crossover-Abende, in denen ich im ersten Teil klassische Werke singe und im zweiten Teil Jazz oder Chansons. Es gefällt mir nicht, mich nur auf ein klassisches Programm festzulegen. Es ist lockerer, auch etwas aus dem anderen Bereich zu singen, lockerer für mich, aber auch für ein Publikum. Ich kann natürlich auch verstehen, dass ein Zuhörer meint, der Abend sollte mit Strauss-Liedern abgeschlossen werden. Welche Erinnerungen haben Sie an die beiden vorhergehenden Abende in Bronnbach?

Ich erinnere mich gut an den sehr schönen Saal, an das wunderbare Publikum. Und diesmal habe ich auch etwas Zeit, die schöne Gegend zu erleben. Wir werden ja schon am Abend zuvor anreisen und in Bronnbach übernachten.

Wo kann man Sie in der nächsten Zeit nach dem Engagement in Frankfurt erleben?

Nach Frankfurt werde ich im Juli in Barcelona singen, in einer Aufführung von Händels "Tamerlano", zusammen mit Placido Domingo. Und ab August werde ich in Amsterdam sein, wo ich in Glucks "Iphignie en Aulide" auftrete. Restkarten für den Liederabend in Bronnbach gibt es noch an der Abendkasse.

Fränkische Nachrichten 28. Mai 2011

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