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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2008

Viele unbekannte Musikjuwelen (am Samstag, den 31.05.2008)

Reiner Schmidt

Von den begeisterten Publikumsreaktionen überwältigt sah sich der Vorsitzende des Förderkreises "Bronnbacher Klassik", Professor Reiner Schmidt, nach dem ersten Konzert im Rahmen des "Bronnbacher Musikfrühlings". Unter Schmidts Leitung spielte die Camerata Würzburg mit Solistin Tatjana Ruhland (Querflöte) Werke von Georg Phillip Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Charles Ives und Arnold Schönberg. "Das war ein ganz tolles Konzert, mit einem sehr anspruchsvollen und außergewöhnlichen Programm", sagt Professor Schmidt.

In vielen Gesprächen mit Zuhörern sei sein Mut gewürdigt worden, bei der Programmgestaltung nicht ausschließlich auf die bekanntesten Werke klassischer Musik zu setzen, sondern auch unbekanntere Juwelen der Musikgeschichte zum Glänzen zu bringen. Die "musizierende Jugend als Kulturzukunft" ist das Motto des Musikfrühlings 2008, der nach 2007 zum zweiten Mal stattfindet; 2006 hatte der Förderkreis "Bronnbacher Klassik" in ähnlicher Form Mozartfestwochen veranstaltet. Daher wird nach dem Kammerkonzert am gestrigen Freitag, mit dem Voces Quartett und Solistin Fumiko Shiraga (Klavier) ein junger, hochbegabter Nachwuchsmusiker Solist beim großen Sinfoniekonzert am heutigen Samstag, 31. Mai sein: Florian Schmidt-Bartha (17). Er wird bei diesem Konzert, das bereits ausverkauft ist, gemeinsam mit dem Sinfonieorchester der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim unter der Leitung von Professor Klaus Arp Werke von Oliver Messiaen und Anton Dvorak spielen. Der junge Musiker, der das Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim besucht und gleichzeitig Vorstudent an der Musikhochschule Würzburg ist, spricht von einem "unglaublichen, wahnsinnigen Gefühl", als Solist mit dem großen Orchester spielen zu dürfen. "Das ist für einen jungen Musiker in meinem Alter sehr außergewöhnlich." Das Konzert für Violoncello und Orchester h-moll op. 104 von Dvorak sei "das Cello-Werk schlechthin", und nach monatelanger Vorbereitung und zwei Probentagen mit dem Orchester in Mannheim freut Florian Schmidt-Bartha sich auf die große Aufgabe. Im Bronnbacher Musikfrühling steckt monatelange Vorbereitung durch den Förderkreis Bronnbacher Klassik, insbesondere die Vorstandsmitglieder Professor Reiner Schmidt, Dr. Cornelia Müller-Reiter, Alt-Landrat Georg Denzer, Professor Dr. Hans-Werner Springorum und Andrea Wobser-Krohmer. "Sie müssen zunächst ein Programmkonzept mit einer dramaturgisch nachvollziehbaren Idee haben, das Programm muss die Gewähr bieten, dass es als besonderes Event wahrgenommen wird", sagt Professor Schmidt. Dann müsse man das Programm genau ausarbeiten, die passenden Künstler einladen und das Ereignis bekannt machen. "Da steckt enorm viel Arbeit drin, bis hin zur Redaktion des Programmheftes", sagt Professor Schmidt. In diesem Jahr sei es nach der recht kurzfristigen Absage der Jungen Deutschen Philharmonie besonders spannend gewesen, alles noch rechtzeitig zu organisieren. "Aber glücklicherweise ist es mir noch gelungen, die renommierte Meiniger Hofkapelle zu verpflichten." Ab 2009 wird die Vorbereitungsarbeit für Reiner Schmidt sicherlich noch herausfordernder sein: Der 65-Jährige Musikprofessor wurde an der Musikhochschule Würzburg kürzlich emeritiert und hat nun ab Januar 2009 eine Professur in Australien angenommen, wird für einige Monate im Jahr auf dem fernen Kontinent in Sydney und Melbourne lehren. "Ich mache Musik eben nicht als Beruf, sondern von Herzen - deshalb ist es mir auch ein solches Anliegen, die

Menschen für Musik zu begeistern, zum Beispiel bei unserem Musikfrühling." Im "Bronnbacher Musikfrühling" sieht Professor Schmidt ein Erfolgskonzept, und so soll die Reihe auf jeden Fall fortgesetzt werden. Die Termine für 2009 und 2010 stehen bereits fest. Im nächsten Jahr will sich Professor Schmidt voraussichtlich besonders Haydn widmen und anlässlich des 200. Todestages des Komponisten dessen Werke in einem spannungsreichen Vergleich mit Werken der russischen Romantiker von Mussorgsky bis Rachmaninov zeigen. Dabei werde der Förderkreis seiner Linie treu bleiben, klassische Musik klassisch zu präsentieren - ohne modische "Crossover"-Elemente. "Unser Publikum schätzt an unseren Konzerten, dass wir keine Unterhaltungsmusik bieten, sondern auch besonders anspruchsvolle Stücke vorstellen." Im Rahmen des Bronnbacher Musikfrühlings findet noch am morgigen Sonntag, um 19 Uhr im Josephsaal ein Kammerkonzert mit Pierre Hommage (Violine), Vincenzo Mariozzi (Klarinette), Orfeo Mandozzi (Violoncello) und Rudolf Ramming (Klavier) statt. Auf dem Programm stehen Werke von Ludwig van Beethoven und Oliver Messiaen.

Beim großen Abschlusskonzert am Dienstag, 3. Juni, um 19.30 Uhr in der Klosterkirche spielt dann die Meiniger Hofkapelle, das Sinfonieorchester des Staatstheaters Meinigen, Werke von Carl Maria von Weber, Krzystof Penderecki und Ludwig van Beethoven.

Karten für diese beiden Konzerte sind noch beim Kloster Bronnbach, Telefon 0 93 42 / 9 35 20 21, E-Mail: info@kloster-bronnbach.de, www.kloster-bronnbach.de sowie den weiteren bekannten Vorverkausstellen erhältlich.

Fränkische Nachrichten 31. Mai 2008

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