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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2006

Ein ganz besonderes Hörerlebnis (am Montag, den 15.05.2006)

Im Namen des Förderkreises Bronnbacher Klassik begrüßte Vorsitzender Prof. Reiner Schmidt in der vollbesetzten Klosterkirche die Gäste des Eröffnungskonzertes der Mozartfestwoche anlässlich des 250. Geburtsjahres von Mozart. Mit großer Freude erfüllte ihn, dass dank privater Sponsoren und den Fränkische Nachrichten mit der Philharmonie Moldova "ein Spitzenorchester aus Rumänien mit tollen Solisten eingeladen werden konnte".

Prof. Schmidt betonte, dass man sich auf die große Resonanz des Publikums freue und als Förderverein stolz darauf sei "aus eigener Kraft ein solches Großprojekt ohne öffentliche Zuschüsse" veranstalten zu können. Prof. Schmidt stellte Prof. Dr. Ulrich Konrad vor, der als Leiter des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Würzburg einer der führenden Mozart-Forscher ist. Über den bemerkenswerten Vortrag berichten wir noch ausführlich.

Das mit Bedacht ausgewählte Programm des Eröffnungskonzertes der Philharmonie "Moldova" aus Iasi (Rumänien) griff die von Prof. Konrad erläuterte deutliche Trennung der beiden Lebensabschnitte des Komponisten auf. Begonnen wurde mit der Tonart "S-Dur", in scharfem Kontrast zu den zwei folgenden Werken in D-Dur.

Die Oper "Die Zauberflöte", einem Werk aus Mozarts später Schaffensphase, war die letzte Oper, die zu seinen Lebzeiten uraufgeführt worden ist. Prof. Reiner Schmidt hatte die Ouverture sorgfältig mit dem rumänischen Ensemble einstudiert, das den teils pathetischen, teils aber auch kontrapunktisch reflektierenden Stil im Sinne von Bach oder Händel einfühlsam interpretierte, gleichzeitig aber die feierliche und zugleich lebendige und lebensbejahende Wirkung der Kmposition verdeutlichen konnte. Das bereits in der Ouvertüre in unterschiedlicher Form zu hörende Fugenthema, das die ganze Oper durchzieht, wurde vom Dirigenten und dem Ensemble als vierstimmige Fuge, fast in Sonatenform und dann mit freiem Schwung im Schlussteil deutlich herausgearbeitet.

Das nachfolgende, ursprünglich für die Oboe komponierte Konzert in D-Dur für Flöte KV 620 wurde dank Tatjana Ruhland, der Soloflötistin des SWR-Radio-Sinfonieorchester, zum einem besonderen Hörerlebnis, das die aufkommende Kühle in der Klosterkirche rasch vergessen ließ. Bei bedeutenden internationalen Wettbewerben wurde die Solistin Preisträgerin und gab bereits ihr Debüt in der New Yorker Carnegie Hall. Spontan bedankte sich die Künstlerin für den langanhaltenden Applaus mit einem Stück von J.S. Bach. Die aus einer festlich-feierlichen Hochzeitsmusik hervorgegangene Sinfonie in D-Dur KV 385 hatte ursprünglich ein paar Sätze mehr. Mozart hat mit der Haffner-Sinfonie ein viersätzige Sinfonie arrangiert, deren technische Höchstschwierigkeiten die Philharmonie Moldova scheinbar spielerisch meisterte. Um so nachhaltiger konnte sie dadurch die Eleganz und Lebensfreude dieses Werk dem begeisterten Publikum vermitteln. Ein vielversprechender Auftakt in Bronnbach, der noch mehr Vorfreude auf die kommenden Konzerte weckt. Der sichtlich bewegte Dirigent des Abends und Initiator der Mozartfestwoche freute sich, die knapp 200 Musikfreunde zum nächsten, nicht minder vergnüglichen Programmpunkt "Speisen wie zu Mozarts Zeiten" in den Bernhardsaal bitten zu dürfen. ferö
© Fränkische Nachrichten - 15.05.2006

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