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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2007

Dramatische Spannungsintensität (am Montag, den 21.05.2007)

 Banatul Timisoara PhilharmonieClarry Bartha

Das Schlusskonzert des "Bronnbacher Musikfrühlings" am Samstag in der Klosterkirche Bronnbach war ganz Richard Wagner (1813-1883) gewidmet, einem willensstarken Genie, das eine vollkommen neue Opernform entwickelte, die sich durch eine ungeheure dramatische Spannungsintensität und musikalische Ausdruckskraft auszeichnet. Wieder dirigierte in bewährter Weise Professor Reiner Schmidt das vorzügliche rumänische philharmonische Orchester - und zeitweise mit solcher Energie, dass er auch vor kleinen Sprüngen nicht zurückschreckte, um ein Fortissimo zu erreichen, oder bei einem Pianissimo in die Knie ging.

Es ist anzunehmen, dass viele der Zuhörer sich schon von der Güte dieses Orchesters überzeugt hatten, das mit dem Vorspiel zum ersten Akt des "Lohengrin" das Konzert in Pianolautstärke einleitete. Hier wird ein einzelnes Thema in freier Polyphonie von verschiedenen Instrumenten durchgeführt, wobei jede Instrumentengruppe, eine nach der anderen, eine freie kontrapunktische Gegenmelodie bringt, zuerst die Violinen in den höchsten Lagen, dann treten Flöten, Oboe und Klarinette hinzu und schließlich die Blechinstrumente im Fortissimo, das zuletzt im Descrescendo und Pianissimo der hohen Geigen und Flöten verklingt.

Was nun folgte, hatte mit einer Liebesgeschichte Wagners zu tun, denn im Jahre 1858 entdeckte er seine Zuneigung zu Mathilde Wesendonck, der Frau eines reichen Züricher Geschäftsmanns. Die Wagners bewohnten als seine Gäste ein kleines Haus auf seinem Grundstück. Wagner vertonte fünf Gedichte von Mathilde, und zwei davon "Im Treibhaus" und "Träume" wurden Vorstudien für den "Tristan". Alle fünf Lieder sang mit ihrer kräftigen, melodiösen und modulationsfähigen Stimme die
Sopranistin Clarry Bartha, eine Schwedin ungarischer Abstammung, die ihre Ausbildung nicht nur in Rom, sondern auch in London genoss sowie auch Preisträgerin bei Gesangswettbewerben wurde, als Konzert- und Opernsängerin. "Sag?, welch wunderbare Träume halten meinen Sinn umfangen...?" Hier steigert sich die Melodie in pure Leidenschaft.

Wohl auf sich bezogen wähnte Wagner in dem Gedicht "Im Treibhaus": "Wohl ich wisse es, arme Pflanze; ein Geschicke teilen wir, ob umstrahlt von Licht und Glanze, unsere Heimat ist nicht hier!"
Die Liebeleien flogen auf, und die Wagners mussten Zürich verlassen. Noch einmal bedankte sich Wagner bei Mathilde in einem Brief dafür, dass sie ihn befähigte, den Tristan zu schreiben. Die Sängerin wurde mit viel Beifall bedacht und zusammen mit Professor Schmidt dreimal vor das Orchester geholt.
Noch einmal war nach der Pause ein Vorspiel aus "Lohengrin" zu hören, diesmal das des dritten Aktes, stürmisch beginnend, herausfordernd, voller Dramatik, denn schon in der ersten Szene wird Lohengrin von Telramund und vier seiner Gefolgsleuten bedrängt, aber Lohengrin erschlägt ihn. Wagner komponierte das Musikdrama "Tristan und Isolde" in Venedig 1855 bis 1857. Im Vorspiel werden das Wesen und die Stimmung des ganzen Dramas zusammengefasst. Es beginnt mit einem traurigen Motiv, das die Grundstimmung des gesamten Werks verrät und einen tragischen Schluss vorausahnen lässt. Der Höhepunkt wird mit dem Sehnsuchtsmotiv erreicht, dem Hauptmotiv der
Tristan-Musik. Im Lied "Isoldes Tod" beklagt Isolde den Tod ihres geliebten Tristans: "Mild und leise wie er lächelt, wie das Auge old er öffnet, seht ihrs, Freunde? Sehnt Ihrs nicht?" Clarry Bartha trifft die Gemütslage Isoldes mit viel infühlungsvermögen. Mit Bravorufen und drei Blumensträußen wurde sie für diese hervorragende Leistung belohnt.

Die Anregung zu dem Werk "Ring der Nibelungen" schöpfte Wagner aus der nordischen Mythologie und aus dem Nibelungenlied. Ein großer Teil der Handlung ist von Wagner frei erfunden. Das vierteilige Bühnenfestspiel gliedert sich in den Vorabend - das Rheingold, den ersten Tag –Die Walküre, den zweiten Tag - Siegfried und den dritten Tag - Götterdämmerung.

Professor Schmidt hatte "Die Walküre" gewählt und damit eine technischrhythmische Herauforderung, die das Orchester glänzend bewältigte. Es schilderte den wilden Ritt der Walküre gleich zu Anfang in peitschenden Tremoli, in die dann die Hörner Signale bliesen, immer wieder, dazu die rasanten Abwärtsläufe, ein Höllenspektakel in vorgzeichneten Bahnen. Hier kamen auch die hinter dem Gitter platzierten Posaunen und die Tuba so richtig zur Geltung. Wieder reagierten die Zuhörer mit Bravo-Rufen und stürmischem Applaus, so lange, bis Professor Schmidt das Einsatzzeichen zur Wiederholung des "Walkürenritts" gab. Dieses Abschlusskonzert wurde am Sonntagvormittag
nochmals präsentiert. Wi

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