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Jahresprogramm 2011

Tom Woods im Interview (am Freitag, den 27.05.2011)

Tom Woods

Eigentlich ist er Experte für italienische Oper, vor allem Puccini und Verdi. Aber auch Ballettdirektoren schätzen sein Dirigat. Er liebt die zeitgenössische Musik, hat als Erster eine moderne amerikanische Oper - Andr Previns "A Streetcar Named Desire" - an der Opera Australia in Sydney aufgeführt. Und Beethoven und Brahms gehören zu den festen Bestandteilen seiner Konzertprogramme der großen Orchester in Australien und Neuseeland. Tom Woods, der am Samstag das Südwestdeutsche Kammerorchester beim Symphoniekonzert in der Bronnbacher Klosterkirche leitet, kennt musikalisch keine Grenzen. Und im Umgang ist der Australier so unkompliziert, wie man sich das von Menschen von "Down Under" vorstellt.

Diese Erfahrung machte Clarry Bartha, die seit dem Tod ihres Mannes Reiner Schmitt den Bronnbacher Musikfrühling leitet, bei der Fahrt vom Frankfurter Flughafen ins Taubertal. Sie teilte Woods im Auto mit ein bisschen schlechtem Gewissen als "Überraschung" mit, dass das Programm kurzfristig umgestellt wurde. Nach der Erkrankung des Geigers Sören Uhde musste Brahms aus dem Programm genommen und durch Tschaikowsky, die Rokoko-Variationen, und Mozarts "Don Giovanni"-Ouvertüre ersetzt werden.

"No problem" für Tom Woods, beides hat der 42-Jährige schon mehrmals gemacht. Nur die Frage, welche Fassung des Tschaikowsky-Werkes gespielt wird, musste geklärt werden. In Beethovens "Eroica" ist der jugendlich wirkende Dirigent ohnehin quasi zu Hause. Die hat er erstmals mit 16 Jahren in einem Musikcamp und einem Studentenorchester dirigiert und vor kurzem stand es beim einzigen Konzert des Christchurch Symphony Orchestra nach dem verheerenden Erdbeben in der neuseeländischen Stadt auf dem Programm. Tom Woods ist künstlerischer Leiter des Orchesters, steht häufig bei Konzerten von Orchestern aus dem australisch-tasmanischen Raum am Pult, vor allem aber arbeitet er mit den Orchestern der großen australischen Opernhäuser zusammen. Hier begann er nach seinem Dirigierstudium in Moskau, mit 23 als einer der jüngsten Dirigenten seine Karriere am Opernhaus in Sydney, assistierte bei berühmten Maestri wie Christopher Hogwood, Richard Bonynge oder Sir Charles Mackerras. Und hier setzt er sich für die musikalische Moderne ein, zum Beispiel demnächst mit einer Aufführung von "Of Mice and Men" von Carlisle Floyd und "Albert Herring" von Benjamin Britten in Melbourne. Tom Woods schaute sich am Dienstag nach der Ankunft mit seiner Frau erst einmal im Kloster Bronnbach um, war begeistert von den geschichtsträchtigen Mauern. Die Klosterkirche war zwar für Besucher verschlossen - am Samstag aber steht sie ihm und dem Publikum offen, wenn Tom Woods den Taktstock hebt zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Peter Tschaikowsky und Ludwig van Beethoven. Fränkische Nachrichten 27. Mai 2011

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