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Jahresprogramm 2012
Neujahrskonzert

Neujahrskonzert - Rêve..Tête à tête..Chambre séparée? (am Sonntag, den 29.01.2012)

 Camerata WürzburgSung-Won JinSilvia WinterThilo Winter

Bronnbach. "Ein Abend der außergewöhnlichen Premieren." So könnte die Überschrift für den ersten Konzertabend des Förderkreises "Bronnbacher Klassik" im noch jungen Jahr 2012 auch lauten, aber mit "Melodien, die ans Herz gingen" umschreibt man die ganz besondere Stimmung am Sonntagabend im Bernhardsaal des Bronnbacher Klosters noch treffender.

Was die Sopranistin Silvia Winter und der Tenor Sungwon Jin im Zusammenspiel mit den bestens eingestimmten und äußerst diszipliniert zu Werke gehenden Musikern der Würzburger "Camerata" unter der Leitung von Thilo Winter den Besuchern boten, war einfach wunderbar. Musik zum hineinhören, Musik für Verliebte, Musik zum Mitklatschen und Musik zum Mitsummen. Melodien, die ins Ohr gingen und die Seele berührten, so wie es sich die im Hintergrund mitfiebernde neue Vorsitzende des Förderkreises, Opernsängerin Clarry Bartha, vorstellte und wünschte.

Die Überschrift "Ein Abend der außergewöhnlichen Premieren" hätte deshalb auch gestimmt, weil die ehemalige Studentin der Musikhochschule Würzburg, Silvia Winter, und der Tenor Sungwon Jin aus dem südkoreanischen Seoul, vorher noch nie zusammen auf der Bühne standen, noch nie vom Kammerorchester "Camerata Würzburg" begleitet und noch nie vom Dirigenten Thilo Winter einem Publikum präsentiert wurden.

Und da war noch eine Premiere: Die Vorstandsmitglieder des Förderkreises, allesamt blutige Anfänger auf dem Gebiet des Eventmanagements, zeigten sich bei der Ablauforganisation des Abends als eine perfekt harmonierende Truppe und verwandelten den Konzertsaal, kurz nach dem der letzte Ton verklungen war, binnen weniger Minuten in eine Jazz-Aula, in der die "Clarino" Jazzband aus Würzburg es zu Noten von Duke Ellington, George Gershwin und Benny Goodman so richtig swingen ließ.

Fröhlich und beschwingt

Es sollte ein fröhlicher und beschwingter Auftakt für 2012 im Musik-Mekka des Taubertales werden. Eine Idee, die man nicht besser hätte umsetzen können.

Die Programmauswahl des konzertanten Abends zeugte von großem Fingerspitzengefühl und reichte im ersten Teil von Franz von Suppe, Edward Elgar, Charles Francois Gounod bis zu Charles Camille Saint-Saens.

Die Mitglieder der "Camerata Würzburg" folgten willig den Vorgaben ihres äußerst, charmant geistreich und sehr poientiert moderierenden Dirigenten Thilo Winter, der dem fachkundigen Publikum mit seinen feinsinnigen Andeutungen ein ums andere Mal ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte. Die krönenden und stimmgewaltigen Glanzpunkte dazwischen setzten Silvia Winter und Sungwon Jin mit Arien und einem Duett aus "Romeo und Julia".

Nach der Pause wurde es wunderbar "wienerisch". Kompositionen von Carl Millöcker, Ouvertüre und Arien aus dem "Bettelstudent" und "Der "Schlittschuhläufer" von Emile Waldteufel entführten in die intime Atmosphäre des "Chambre Separee" von Richard Heuberger und schufen im Handumdrehen eine lockere und heitere Stimmung, die den Besucher in die Welt und das Flair der Donaumetropole entführte.

Lang anhaltender Beifall, den die Konzertbesucher am Ende den Akteuren stehend spendeten, zeigte, dass der Förderkreis "Bronnbacher Klassik", auf dem richtigen Weg ist. Was will man mehr am Ende eines Abends als zufriedene Besucher und zufriedene Künstler.

Der Förderkreis hat am Sonntagabend beides reichlich bekommen und auch verdient.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 31.01.2012

 

 

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