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Jahresprogramm 2011
Meister von Morgen

Musikalität auf dem höchsten Niveau gezeigt (am Donnerstag, den 15.12.2011)

Florian Glemser

​Konzert: Künstler von morgen zeigten ein beeindruckendes Können auf ihren Instrumenten und begeisterten das Publikum im Bernhardsaal von Kloster Bronnbach

Musikalität auf höchstem Niveau gezeigt

Bronnbach. Unter dem Motto "Meister von morgen zeigen ihr Können" fand im Bernhardsaal von Kloster Bronnbach am Samstag das traditionelle Begabtenkonzert statt, das der in diesem Jahr verstorbene Professor Reiner Schmidt ins Leben gerufen hatte. Seine Gattin, Clary Bartha, hat die Betreuung der Jungmusiker übernommen und hieß die zahlreichen Zuhörer willkommen. Sie erinnerte an die erfolgreichen Bemühungen ihres Mannes und versicherte, dass sie diese gern weiterführe.
Eröffnet wurde das Konzert von dem neu gegründeten Bläserquartett: Trompete Marco Wissinger und Felix Warrisch, Horn Hannes Wirsching, Bariton Joachim Wirsching, Tuba Manuel Huth . Sie bliesen sicher eine" Intrada". Als besonders talentiert erwies sich der zehnjährige Cellist Richard Verna, der streckenweise auswendig den letzten, nicht ganz einfachen Satz aus einem Cellokonzert von Julius Klengel spielte. Da flutschten die Triolen und Quartolen nur so, was eine bewundernswerte Leistung darstellte.
Aber auch seine Schwester Roberta stand ihrem Bruder in keiner Weise als hervorragende Geigerin nach. Sie präsentierte mit sicherem Griff eine "Romanze" von Pablo de Sarasate, stieß sicher bis zu den höchsten Tönen vor und beherrschte sauber die vielen Doppelgriffe.
Die Klavierbegleitung hatte für alle fachmännisch Wolfgang Bamberger übernommen, so auch bei der Jungsängerin Felizia Maertens, die mit ihrer hellen, angenehmen Stimme den Choral "Bereite dich Zion" von Johann Sebastian Bach vortrug.
Weicher Bogenstrich
Als vortreffliche Geigerin stellte sich Arabella Schmidt-Bartha vor, die aus dem Konzert Nr. 7 von Pierre Rode den ersten Satz mit weichem Bogenstrich spielte, ebenfalls die hohe Lage und Trillerpassageneinwandfrei beherrschte. Paul Müller-Reiter spielte auf dem Cello eine feurige "Tarantella" von David Popper mit rasanten Triolen und begeisterte damit die Zuhörer, was an Bravo-Rufe zu hören war.
Überhaupt spendeten die Gäste allen Jungmusikern kräftig und lange Beifall, so dass diese ein zweites Mal erscheinen und sich verbeugen mussten.
Sehr einfühlsam und technisch hochversiert ging Antonie Neff auf ihrer Violine den bekannten "Ungarischen Tanz Nr. 2" von Johannes Brahms an. Kein Tempo war ihr zu stürmisch. Nicht weniger Griffsicherheit auf der Geige zeigte Max Müller-Reiter, der den ersten Satz in g-Moll aus dem Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch hochgradig mit Doppelgriffen, Trillern und einer schönen Kadenz interpretierte .
Aber auch ein junger Posaunist zeigte, wie sauber man so ein Instrument blasen kann. Gefühlvoll und mit imposanten Lautabstufungen brachte er das "Andante Cantabile" von Walter Schroeder zu Gehör.
Melodische Stimme
Der zweite Teil des Konzerts begann mit Gesang. Mit ihrer kräftigen melodischen Stimme, besonders einfühlsam und mit bemerkenswert guter Aussprache trug Raphaela Maertens zuerst "Drei Könige" von Peter Cornelius vor, danach "Lieblingsplätzchen" von Felix Mendelssohn-Bartholdy vor. Diesmal erfreute das Bläserquartett die Zuhörer erst mit dem modernen Arrangement Wout van der Goot nach Bill Conti/Carrol Conno "Gonna fly now", danach erklang von Johann Sebastian Bach "Ich stehe an deiner Krippe".
Ganz versunken in seinem Klavierspiel war Florian Glemser, der die Sonate Nr. 4 , das "Andante prestissiomo volando" von Alexander Scriabin vortrefflich wiedergab und dabei eine außergewöhnliche Harmonie interpretierte. Auch nach diesem Vortrag gab es Bravorufe.
Als fröhlichen, deklamatorisch eindrucksvollen Sänger erlebte man Marcel Brunner. Er sang von Wolfgang Amadeus Mozart die "Arie von Leporello" aus "Don Giovanni" und belustigend "Contique de Noëll" von Adolphe Adam.
Als hochrangiger Geigensolist präsentierte sich Johan-Ilias Kadesha mit der Sonata für Violine Solo von Johann Sebastian Bach in a- Moll. Zu hören waren Andante und Allegro. Da konnte man alle Arten des Bogenstrichs sehen und hören, verbunden mit kniffligen Doppelgriffen und Pianissimo-Echos.
Noch einmal spielte dieser hervorragende Violinist zusammen mit dem ebenso versierten Cellisten Florian Schmidt-Bartha aus der Sonate für Violine und Violoncello das "Allegro 2" und "Trés vif" von Maurice Ravel. Wer die Kompositionen von ihm kennt, weiß um oft gewöhnungsbedürftige Harmonien. Beide Musiker ergänzten sich wunderbar im Forte wie im Pianissimo und boten auch präzise Pizzicato-Einlagen.
Sphärische Aspekte
Die Abschlussdarbietung war bereits bekannten jungen Künstlern vorbehalten: Florian Schmidt-Bartha und Florian Glemser, Klavier, spielten zusammen von Alexander Glazunow "Chantre du ménestrel" mit sphärischen Affekten und danach von Robert Schumann feinfühlig das "Abendlied Nr.12".
Clary Bartha holte alle Akteure nochmals auf die Bühne. Wie sehr dem Publikum dieses Konzert gefallen hatte, konnte man am Beifall erkennen. wi
Fränkische Nachrichten
12. Dezember 2011

 

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