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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2013

Bronnbacher Musikfrühling - Eröffnungskonzert mit Galadinner (am Samstag, den 01.06.2013)

PRESSESTIMMEN:

Bronnbacher Musikfrühling: Zum Auftakt Konzert mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester unter der Leitung von Tom Woods

Für alle Musikrichtungen offen

Von unserem Mitarbeiter Peter D. Wagner

Der sechste "Bronnbacher Musikfrühling" wurde am Samstag mit einem nicht alltäglichen Konzert, auf dem auch seltener gehörte Werke auf dem Programm standen, stimmungsvoll eröffnet. Zu Gast im Josephsaal des Klosters Bronnbach war das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim, das von dem in Neuseeland beheimateten Dirigenten Tom Woods geleitet wurde. Als Solist wirkte der Saxofonist Lutz Koppetsch.

Das 1960 gegründete Südwestdeutsche Kammerorchester hat im Laufe der Zeit zunehmend internationales Renommee erlangt und dabei bereits mit zahlreichen berühmten Gastdirigenten und Solisten mit Weltruf wie etwa Gidon Kremer zusammengearbeitet. Konzerte absolvierte es in ganz Europa sowie in Japan und den USA. Woods ist seit 2007 Chefdirigent des Christchurch Symphony Orchestra. Orchester und Dirigent hatten schon vergangenes Jahr beim "Bronnbacher Musikfrühling" zusammen gearbeitet.

Auch Lutz Koppetsch ist kein Unbekannter, unter anderem war er Preisträger beim Deutschen Musikwettbewerb in Berlin und beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München, erhielt 2005 den "ECHO Klassik" und absolvierte einen gefeierten Auftritt im Rahmen der ZDF Echo-Klassik-Gala 2006.

"Musik verbindet zutiefst", zitierte eingangs die Vorstandsvorsitzende des Förderkreises, Clarry Bartha, ihren verstorbenen Mann Reiner Schmidt, der sowohl den Förderverein als auch den "Bronnbacher Musikfrühling" wesentlich mitinitiiert und geprägt hatte. Verbindend waren nicht nur Barthas Worte, sondern auch mit dem Repertoire des Eröffnungskonzertes, mit dem der "Förderkreis Bronnbacher Klassik" bewies, für alle Musikrichtungen offen zu sein.

Auf dem Programm stand eine attraktive Mischung aus Musik des französischen Impressionismus und aus zeitgenössischer Musik mit Anklängen von Jazz und Tango. Den Auftakt bildete das viersätzige "Le Tombeau de Couperin" von Maurice Ravel. Bereits der erste Satz mit einer "Prélude" sowie ein Menuett im dritten Satz ließen deutlich erkennen, mit welcher wunderbaren Dynamik das Orchester unter Dirigent Woods zu Werke ging. Dazu passte auch die sanfte Verspieltheit und Leichtigkeit zu Beginn und in Zwischenpassagen des zweiten Satzes.

Die außergewöhnliche Kombination von Kammerorchester und Saxofon standen beim zeitgenössischen Werk von Christoph Wünsch, Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik in Würzburg, der in einer Einführung sein Werk erläuterte, im Mittelpunkt. Mag der moderne Charakter von Wünschs Komposition zwar dem einen oder anderen Zuhörer etwas gewöhnungsbedürftig erschienen sein, stellte es vor allem aufgrund der überragenden Interpretation es Saxofonisten Koppetsch einen Höhepunkt des Abends dar. Mit ausgefeilter Technik und höchstem Können, dazu einer mitreißenden Ausdrucksstärke, entlockte der Solist auf faszinierende Weise seinem Instrument kaum erwartete oder bekannte Tonvarietäten, für die er lang anhaltenden Sonderapplaus bekam.

Ravels "Pavane pour une infante defunte" sowie Astor Piazollas "Tres movimentos tanguisticos portenos", ein kleiner, nicht häufig gehörter "Geheimtipp", begleitet von Natalia Sheludiakova am Klavier, waren weitere Glanzpunkte eines brillanten Konzertes. Vor allem der fulminante letzte Tangosatz sowie Woods einfühlsame Regie sorgten für begeisternden Schlussapplaus, für den sich das Ensemble mit einer Wiederholung dieses Satzes bedankte.

Im Anschluss an das Eröffnungskonzert fand im Bernhardsaal ein Galadinner mit Organisatoren, Gästen und Künstlern statt.

Als nächstes stehen beim "Bronnbacher Musikfrühling" Kammerkonzerte am Mittwoch, 5. Juni, 19 Uhr, mit dem ATOS-Trio, und am Samstag, 8. Juni, 18 Uhr mit dem Trio Gaspard sowie ein Fadoabend mit Christina Branco und Ensemble am Sonntag, 9. Juni um 17 Uhr (jeweils im Josephsaal) auf dem Programm.

© Fränkische Nachrichten, Montag, 03.06.2013


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