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Bronnbacher Musikfrühling
Jahresprogramm 2013

Bronnbacher Musikfrühling - Kammerkonzert mit dem ATOS-Trio (am Mittwoch, den 05.06.2013)

 ATOS Trio

19.00 Uhr Josephsaal

Joseph Haydn (1732 – 1809)
Trio für Klavier, Violine und Violoncello G-Dur Hob. XV:25 op. 73/2 "Zigeuner-Trio"

Jean Françaix (1912 – 1997)
Trio für Violine, Violoncello und Klavier D-Dur

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Trio für Klavier, Violine und Violoncello B-Dur op. 97 "Erzherzog-Trio"


Authentische Spielfreude

Mit einem Kammerkonzert des ATOS Trios aus Berlin präsentierte der sechste "Bronnbacher Musikfrühling", der von den Fränkischen Nachrichten unterstützt wird, am Mittwochabend im Josephsaal des Klosters Bronnbach einen weiteren kulturellen Glanzpunkt. Bereits 2008 in Weikersheim und 2009 in Bronnbach hatte das Trio das Publikum im Taubertal begeistert, was ihm auch beim jetzigen Gastspiel wieder mit Bravour gelang.

Das ATOS Trio, dessen Name sich aus den Vornameninitialen der drei Musiker zusammensetzt, wurde vor zehn Jahren von der Geigerin Annette von Hehn, dem Cellisten Stefan Heinemeyer und dem Pianisten Thomas Hoppe gegründet.

Dass das ATOS Trio für Kammermusikfreunde der eigentliche Höhepunkt der Bronnbacher Frühjahrsreihe sein könnte, wie Dr. Cornelia Müller-Reiter vom Förderkreis Bronnbacher Klassik eingangs meinte, bewies das Ensemble von Beginn an. Bereits zum Auftakt von Haydns dreisätzigem Trio für Klavier, Violine und Violoncello G-Dur ("Zigeuner-Trio") verzauberte das Trio das Publikum auf wunderbare Weise mit einem Andante, gefolgt von einem ebenso einfühlsamen Poco adagio. Der Finalsatz "Rondo all´ ongarese" bot vor allem für Hoppe am Klavier die Gelegenheit, mit seinem perlenden und ausdrucksstarken Spiel zu brillieren.

Dass der "Bronnbacher Musikfrühling" auch Werke moderner oder weniger oft gehörten Komponisten präsentieren möchte, zeigte sich mit dem Trio D-Dur von Jean Françaix. Beim heiter verspielten ersten Satz "Metronom 5/8 = 52" sowie bei den weiteren vier Sätzen ließen die drei Künstler ihr ganzes Können spielen. Mit seinen wechselnden Tempo- und Dynamiksequenzen stellte vor allem auch der zweite Satz, "Scherzando", eine Herausforderung für jedes einzelne Ensemblemitglied dar, die von ihnen in erkennbar aufeinander eingespielter Weise zelebriert wurde. Temperamentvoll und besonders unter die Haut gehend rundete das Trio mit den Schlossakkorden des letzten Satzes "Allegrissimo" das Stück von Françaix in mitreißender Façon ab.

Zurück zur traditionellen Klassik mit Beethovens "Trio für Klavier, Violine und Violoncello B-Dur op. 97", dem sogenannten "Erzherzog-Trio", einem der vielleicht schönsten Kammermusikwerke des großen Meisters, erfuhr im Abschlussteil das gesamte Konzert eine krönende Abrundung. Dazu zählte auch der letzte Satz aus Haydns Trio in A Dur als Zugabe.

Virtuos mit viel Sensibilität glänzte Hehn an der Violine, einer Stradivari, ebenso wie ihre kongenialen Triopartner Heinemeyer am Violoncello und Hoppe am Klavier. Mit warmer und harmonischer Homogenität sowie hervorragender Spielkunst, begleitet von spürbarer authentischer Spielfreude, überzeugte das ATOS-Trio auf ganzer Linie und bot einen unvergesslichen Musikgenuss, wofür das Ensemble verdient mit lang anhaltendem Applaus gefeiert wurde. Peter D. Wagner

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 07.06.2013

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