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Jahresprogramm 2013
Meister von Morgen

Adventskonzert - Die Meister von Morgen (am Samstag, den 14.12.2013)



Hohe Qualität der Meister von Morgen

Bronnbach Der Förderkreis Bronnbacher Klassik hatte zu einem Adventskonzert in das Kloster eingeladen. Unter dem Motto "Die Meister von Morgen" stellte sich ein musikalischer Nachwuchs vor, dem man bedenkenlos eine bereits weit ausgereifte künstlerische Professionalität und ein gesund entwickeltes Selbstbewusstsein bescheinigen konnte, musikalisch und technisch von frappierender Qualität altersgemäßer Ausdrucksfähigkeit. http://heine.adclear.net/tm/A2287877/acv?ActionID=activeplus&AffiliateID=criteo_de

Denn Kinkerlitzchen, also irgendwelche Belanglosigkeiten hatte das erlesen ausgewählte Programm in keinem Punkt zu bieten. Überwiegend handelte es sich um kleinere und größere Meisterwerke, die den ernsthaften Interpreten forderten.

Alle Altersgruppen, von Klein bis Groß, gaben sich ein Stelldichein und begegneten sich zu einem gesunden Wettstreit, was zur Folge hatte, dass der Zuhörer sich keinen Augenblick in Langeweile befand.

Überraschungen gab es von Stück zu Stück. Gleich zu Beginn machte die Kinder-und Jugendkantorei an der Schlosskirche Bad Mergentheim unter der Leitung von Daniela Borst mit Wolfgang Bamberger Klavier auf sich aufmerksam. Klare Stimmen bis in die Höhe, das feine zarte Klangbild und die Frische der jungen Kehlen ergötzten das Gemüt mit der Darstellung einer Auswahl von Vertonungen aus dem Singspiel nach dem Märchen "Kalif Storch" von Josef Gabriel Rheinberger sowie mit der "Hymne à la nuit"von Jean-Philippe Rameau.

Der jüngste Teilnehmer, der quirlige Robert Schlotter erwies sich als völlig unkomplizierter Schlagzeuger in dem Drumset solo "Robi's Groove" mit exakt pulsierendem rhythmischen Können. Seine Schwester Paula Schlotter, mit der einfühlsam begleitenden Mutter am Flügel, spielte intonationsrein und angemessen im Tempo die Giga aus der Violinsonate G-Dur von Antonio Vivaldi. Die Sopranistin Nicole Walz und Magdalena Lotha am Klavier präsentierten sich mit dem Song "All I want for Christmas is you" - Mariah Carey als gut aufgehoben in diesem Metier, stilistisch vertraut und mit erforderlichem Einfühlungsvermögen.

Ganz beachtlich musizierte im Duo Violine-Violoncello Roberta Verna und ihr Bruder Richard Verna den 3. Satz einer Sonate von Maurice Ravel und erstaunlich versiert in allen technischen und musikalischen Belangen die "Passacaglia" nach einem Thema von Georg Friedrich Händel des Johan Halvorsen. Ein gut variiertes Stück, dessen Anforderungen an technischen Schwierigkeiten die beiden Instrumentalisten nichts schuldig blieben. Die Bogenführungen, die Intonation und die sensiblen Tonbildungen entzückten in deren so befreiend wirkenden Wiedergabe durch beiden grundmusikalischen Gymnasiasten.

Roberta Verna glänzte sodann mit der fabelhaften Ausführung der an Bachs Partita E-Dur angelehnten Solosonate op. 27 des Geigenvirtuosen Eugène Ysaye, daraus Obsession und Malinconia. Da ist kein weiter Weg mehr zur vollendeten Meisterschaft.

Das kann man ruhigen Gewissens auch dem Violoncellisten Joel Blido zusprechen, der eine Auswahl der eminent schwierigen Rokoko-Variationen von Peter Tschaikowsky ausgesucht hatte, ungemein homogen und brillant am Flügel begleitet von Jewgenija Skripal. Da wirkte bei solcher Ausarbeitungen schon viel Professionalität mit, ein stark ausgeprägtes künstlerisches Vermögen, das zu guten Hoffnungen berechtigt.

Frédéric Otterbach spielte sauber im Anschlag und ausgewogen im Tempo das Allegro barbaro von Béla Bartók. Auch dieser Beitrag blieb ohne Fehl und Tadel.

Die Sopranistin Sonja Hick mit Michaela Schlotter am Klavier gewann die nicht mindere Zuneigung des Publikums mit dem Lied "Ich kann's nicht fassen" von Robert Schumann und der innig dargebotenen Arie "Jerusalem" aus dem Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Und nicht zuletzt beschloss der Bariton Marcel Brunner mit Friederike Sieber am Klavier den exzellent wiedergegebenen Reigen exquisiter Werke mit einer Auswahl von Liedern aus dem Liederkreis op.24 von Robert Schumann. Ihm und der Pianistin war schon eine stark ausgeprägte Reife des Vortrags anzumerken, ein wohlgerundet ausgebildetes Stimmorgan und eine sensible Ausformulierung der Klavierbegleitung, insgesamt mit Einfühlungsvermögen auf höherer Ebene. Klaus Linsenmeyer

© Fränkische Nachrichten, Montag, 16.12.2013

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